
Zu Zeiten der Germanen wurde Röcke noch von Vertretern beiderlei Geschlechts getragen und noch heute ist in Schottland der Kilt das Symbol stolzer Männlichkeit. Seit dem Ausgang des Mittelalters legen die Männer zunehmend die Röcke ab - modische Trends und Einzelfälle bestätigen diese Regel. Doch ausschließlich das schöne Geschlecht weiß, wie man Röcke trägt und vor allen Dingen zur Geltung bringt.
Verhüllten im 19. Jahrhundert noch züchtig lange Reifröcke Beine und Figur der Frauen, rutschten die Säume ab dem Anfang des 20. Jahrhundert auch dank Modeschöpferinnen wie Coco Chanel zunächst aufwärts in Richtung Knie. Die sechziger Jahre waren schließlich der Durchbruch für den Minirock. Als Ausdruck von Freiheit und Unabhängigkeit wurde der Minirock zum Synonym für ein neues Frauenbild und eine neue Modeepoche. Modebewusste Frauen tragen seit den siebziger Jahren Röcke in allen Variationen, Formen und Längen. In den Längen werden die Röcke heute in drei Kategorien unterschieden. Der Minirock wechselt zwischen Säumen, die unmittelbar unter dem Gesäß enden bis zur Mitte des Oberschenkels. Der Midirock reicht vom Knie bis knapp darunter. Der gegenwärtig etwas aus der Mode gekommene Maxirock geht bis zum Knöchel und wird aktuell eher zu festlichen Anlässen getragen.
Auch in den Formen werden die Röcke zwischen eng anliegend und weit fallendend unterschieden, auch für große Größen. Der gerade geschnittene Bleistiftrock eignet sich als klassische Variante für die Businessfrau, um immer gut und elegant gekleidet zu sein. Für die Bewegungsfreiheit wird in der Regel seitlich oder hinten ein geschlitzter Bereich berücksichtigt, der wahlweise geknöpft werden kann. Ausgestellte Volantröcke reichen von der Mitte der Oberschenkel bis unter die Knie und werden vorzugsweise von jungen Mädchen und Frauen in der Freizeit getragen. Der Ballonrock mit zusammenziehender Naht am Saum wird ebenfalls zu festlichen Anlässen getragen. Diese Rockform ist durch seine Form eine Hommage an die voluminösen Reifröcke früherer Zeiten. Plisseeröcke ermöglichen durch die Einarbeitung zahlreicher kleiner Falten größtmögliche Bewegungsfreiheit. Teller- oder Glockenröcke zeichnen sich durch ihre charakteristische A-Form aus und werden in der langen Variante getragen. In den siebziger Jahren dominierte der Glockenrock durch farbig von einander abgesetzten Bahnen, die zusammengenäht wurden.
